
Massen stroemen zum Papst
Wer haette das gedacht? Nun, so kurz vor dem Ende meines Abenteuers begibt sich der Papst auf Reisen und landet direkt vor meinen Fuessen (Pardon, ich vor seinen Fuessen versteht sich). Was fuer ein netter Zufall. Zusammen mit tausenden Pilgern ist er gekommen um die Kirche und meine letzten Wochen zu feiern. Und nicht zu viel hatte er versprochen. Gleich dreimal habe ich ihn sehen duerfen. Auf dem Empfang im Hafen, auf dem Weg zur Kirche im Papa Mobil und auf der Oxford Street in einer Karawane aus Polizeiautos auf dem Weg zur Abschlussmesse.
Obwohl ich nicht katholisch bin und meine eigene Deifnition von Gott habe, hat es doch auch fuer mich ein ganz besonderes Flair gehabt. Mit seinen 81 Jahren hat er eine unglaubliche Austrahlung und versprueht eine wahnsinnige Lebenslust. Gemeinsam mit all den Pilgern aus der ganzen Welt entstand so eine ganz besondere Atmosphere in Sydney.

Kein Wort! Das ist ein Spassfoto!
Neben dem Welt Jugentag in Sydney hatte auch ich so meinen Tag. Ploetzlich und unbemerkt hatte ich das 20. Lebensjahr erreicht. Es war ganz schmerzlos und zur Ueberraschung gabs sogar eine Gehaltserhoehung auf Arbeit. Und als waere das nicht schon Geschenk genug, hatte es puenktlich zum Einklang meines Geburtstages angefangen zu schneien. Im australischen Standart versteht sich! Wobei man den eisigen Wind nicht unterschaetzen sollte.
Paulo und ich waren gerade frisch von dem Weg abgekommen und hatten uns in den Blue Mountains verirrt als der Sturm hereinbrach. Herrlich, wieder einmal sollten wir eine Lektion lernen. Nun gut… mehrere Lektionen: Studiere die Karte VOR dem Wandern, denke VORHER daran genuegen WASSER, WARME BEKLEIDUNG und ausreichend ERFAHRUNG mitzubringen. Und zu guter Letzt, nimm die WARNSCHILDER ernst. Was aber ist ein Abenteuer folgt man all diesen Regeln?

Ein bisschen Action? Es war nicht tief!
So geschah es also als wir uns auf den einstuendigen Marsch durch die Blue Mountains machten, wie uns die Kassiererin der Bergbahn erklaerte: „Das ist ein schoener befestigter Weg und nach einer Stunde seit ihr wieder an der Seilbahn“. Wie oft hatte ich an ihren Satz denken muessen, als wir nach 2 Stunden immernoch nicht angekommen waren. Als wir endlich einen Blick auf die Karte warfen, da wir mit dem aufkommenden Wind schon wirklich beunruhigt waren, zeigte Paulo auf eine gelbe Linie in dem Wanderskizzenlatein. „Ich denke wir gehen der gelben Linie nach. Siehst du, die geht einmal um das Gelaende rum, ein Rundweg eben“, sagte er. Ich war im Karten lesen diesmal aber klar im Vorteil, da ich die Kartensprache Deutsch beherrschte. „Nein“ sagte ich noch laechelnd, „Das ist die Grenze des begehbaren Parkbereichs.“"Da sind wir schon lange raus!“, fuegte ich nun erschrocken und ohne mein „ich habe es im Griff“-Laecheln hinzu.

Da sind sie: Die erfahrenen Wanderer!
Nun gut… passiert ist passiert und so schlecht war der Weg gar nicht, wie die Bilder beweisen. Wir haben unglaubliche Landschaften entdeckt und die lustigsten Wege gefunden. Gerade als der Schnee begann sich vom Himmel zu verabschieden und derselbige mit ordentlich Wind tschuess zu seinen Flocken sagte, hatten wir nach 4 Stunden das begehbare Gelaende erreicht. Wie stolze und erfahrene Wanderer kehrten wir zurueck in die Zivilisation und sendeten „Macht euch keine Sorgen“ SMS an unsere Freunde, die wir nach der Wanderregel vorher haetten informieren sollen.
Wie auch immer. Es war mal wieder ein super Tag und die beste Erholung nach dem Trubel des Papstbesuches. Der Trubel aber wird wohl jetzt erst richtig beginnen. Heute in einer Woche fliege ich schon irgendwo ueber dem australischen Outback herum. Immer mit der Nase nach Europa gerichtet. Ein Gedanke, der mich ins Wanken bringt und mir ganz deutlich ein weinendes und ein lachendes Auge verpasst.
Mit diesen Worten bis zum, ja es soll ihn noch geben, naechsten Eintrag!
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