Meine Guete was fiel mir doch letzte Woche fuer ein Stein vom Herzen als ich endlich schweissgebadet aus der schwingenden Krankenhaustuer stolperte. Gerade noch staemmte ich mich mit meinem ganzen Koerpergewicht gegen diese kalte, glatte, glaeserne Tuer als waere es das letzte was ich taete und nun stupste sie mich mit einem Ruck ueber die schwarze Gummischwelle hinaus ins Freie.
Ich sass erst seit fuenf Minuten im Wartezimmer und schon spuerte ich wie mein Deo verzweifelt den Kampf auf gab und sich der blaue Fleck zwischen meinen Achseln immer und immer weiter in Richtung Brustkorb ausbreitete. Wie muss ich nur ausgesehen haben. Die noch immer viel zu lange Jeans elegant nach innen gekrempelt, die schon viel zu langen Haare delikat zur Seite gelegt und die viel zu grosse Aufregung in rythmische Beinbewegung abgearbeitet.
„Felix?“ Das war mein Stichwort! „Aeh ja, aeh hier!“
Klasse! Der erste Eindruck zaehlt und ich habe ihn mit meinen ersten zwei Phrasen charmant in den Sand gesetzt.
Nun, die weiteren Details des Gespraeches wollte ich hier nicht weiter erwaehnen. Der Phantasie sei aber keine Grenzen gesetzt!
Wie nun also geschildert fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich hatte es geschafft! Ich habe ihn mir erschwitzt, erkrempelt oder erhandgeschuettelt, meinen Praktikumsplatz in Sydney! Endlich! Nach drei langen Monaten, unzahligen Briefen, Mails und Telefonaten hatte ich ihn mir irgendwie er-was-auch-immert.
Die grosse Pruefung aber jedoch sollte erst jetzt ihren Lauf nehmen. „Visa la fiesa“ taufe ich mein Projekt. Denn bis zu der tatsaechlichen Realisierung meines Vorhabens heisst es nun sich dem grossen Monster „Formularius“ zu stellen. Lediglich 22 Seiten und 50 Fragen muss ich fuer mein Visum durcharbeiten. Bescheidene acht Seiten Antrag muss mein Krankenhaus an die Regierung stellen, von der ausfuehrlichen Beschreibung der wirtschaftlichen Lage des Krankenhauses abgsehen. Ein kleiner Artzbesuch in Berlin, ein paar wenige Euros, ein paar laeppische Wochen, wenige Tage des Nervenkitzels und die entspannende Ruhe noch unendlich viel Zeit zu haben, um die all zu ausgebuchten Fluege zu buchen.
Kaum vorstellbar was ich fuer zwei Monate mehr Arbeitserfahrung im Ausland alles fuer Bedingungen erfuellen muss. Sollte ich am Ende wirklich im August meinen Dienst antreten, werde ich diesen Tag wohl so schnell nicht wieder vergessen.
Ansonsten aber gehts mir gut und vor lauter ueberflussiger Zeit habe ich gleich mal einen bekannten Liedtext passend gemacht:
„Komm mit mir ins Australien-Abenteurland / Der Eintritt kostet Dir den Nerv / Komm mit mir ins Australien-Abenteuerland/ Und tus mit Deinem Geld / Deine Geduld schenkt Dir ein Land /Das Australien-Abenteuerland“











Klingt super, du hast viel gekäpmft aber auch viel erreicht. Mir ging auch ähnlich vor kurzem . hab leider nicht so viel erfolg wie du gehabt.
Keine Kommentare? Doch, bei „Allein Daheim“. Gestern war hier nichts möglich.
Die Cowboymutti
Hi Felix,
wir gratulieren Dir zu diesem Erfolg und hoffen das die restlichen „kleinen“ Bürokratien jetzt ohne Probleme klappen.
Eigentlich lebt man ja in Australien diesbezüglich ruhiger, doch nun hat es Dich dort auch erwischt.
Vor 3 Tagen hatten wir mal wieder etwas Anderes als Werbung im Briefkasten. Vielen Dank für die Karte.
Hier gibt es nix Neues. Wir warten alle auf den Frühling und ich auf den 1. April, denn da darf mein Motorrad wieder auf die Straße.
Von uns 3 viele Grüße für Euch 2
Bis bald die Kieler