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19 08 2008
Warten auf den Abenteurer in Frankfurt

Warten auf den Abenteurer in Frankfurt

Und so geschah es. Nach 365 Tagen, 486 geschriebenen Briefen und Postkarten, 62750 zurück gelegten Kilometern und 36 verschiedenen Unterkünften betrat ich den Deutschen Boden. Glaubt mir, dies war trotz den Erfahrungen mit giftigen Spinnen und Würgeschlangen eine unglaublich große Herausforderung. Ein Erlebnis, über welches ich so lange nachgedacht habe. So vieles hatte ich mir ausgemalt und doch, als ich am 6. August um 6.00 Uhr durch die Glastür am Frankfurter Flughafen schaute und ich meine Familie zwischen einer großen Horde wartender Eltern erspähte, waren sämtliche Vorstellungen und Gedanken verschwunden. Ein Moment der viel zu kurz ist, um ihn zu realisieren, ja einfach so selten statt findet, dass er mir bis heute wie ein Traum erscheint.

Sich plötzlich in der Heimat wiederzufinden, nachdem man ein solches Abenteuer lange Zeit mit viel Begeisterung geplant und verfolgt hat, ist kein Kinderspiel. Es gilt neue Aufgaben in Angriff zu nehmen, sich an das alte neue Leben zu gewöhnen und mit dem Vermissen der Menschen aus Australien umgehen zu lernen.

Wenn aus der Oper ein Stadttheater im Plattenbaustil wird und die Harbour Bridge durch die Hundert Männer Brücke ersetzt wird, so bemerkt man erst, wie schnell ich mich letztenendes doch an Sydney gewöhnt habe.

Überraschung zu Hause

Überraschung zu Hause

Trotz der großen Umstellung und dem schweren Abschied in Australien, fühlt es sich gut an wieder zu Hause zu sein. Einem zu Hause, was das ganze Jahr über meine Abenteuer mit großer Freude verfolgt hat und mir damit die nötige Kraft gegeben hat. Nebem der Feststellung, dass ich bereit bin für größere Abenteuer, nehme ich nun also auch die Erkenntis, dass ein jeder mit der Unterstützung von Familie und Freunden viel mehr schaffen und erreichen kann, aus Australien mit.

Mit diesen Worten möchte ich mich nun als Autor für eine Seite verabschieden, die in nur einem Jahr viele Menschen zusammen geführt und einen wesentlichen Platz im Tagesablauf einiger Leser bekommen hat. Ich persönlich blicke mit viel Freude und Stolz zurück, und, selbstverständlich, mit besonders viel Vorfreude in die Zukunft.

Ansonsten also vielen Dank allen Lesern und fleißigen Schreibern!

Auf Wiedersehen!

Euer Felix





Ein Jahr

3 08 2008
Also los, ran an die Kilometer!

Also los, ran an die Kilometer!

Ein Jahr. Eine Zeitspanne, die man sich nicht bildlich vorstellen kann. Eine Maseinheit, die man wirklich nur abwarten kann und vor allem eine, die relativ ist. Fuer mich hatte das Jahr mal schnellere und mal langsamere Phasen. Erinnere ich mich doch noch an die zweifelslose Jobsuche zwischen Darwin, Cairns und Sydney. An den folgenden Jobverlust bei Mayo und an die schweren Tage zur Weihnachtszeit. Das waren Momente, die ich erwartet hatte und auch froh bin sie erlebt zu haben. Wiederholen moechte ich sie jedoch nicht.

Dann, auf der anderen Seite, die Momente, die wie im Fluge vergingen. Die Fahrt mit dem Ghan durch das unglaubliche Outback, der erste Flug nach Melbourne, die Kuestentour nach Jervis Bay im Januar, der abenteuerliche Outbacktripp vor vier Monaten, erst recht die Neuseelandreise und letzten Endes die ganzen letzten Wochen. Kaum ein Wimpernschlag und schwupps war es vorbei.

Uebermorgen trete ich nun meine Rueckreise an. Es wirkt alles eher noch so unglaubwuerdig. Eher wie in einem Traum. Ploetzlich soll der 05.08.2008 schon erreicht sein? Ploetzlich finde ich mich dort wieder, wo ich mich vor allem die ersten Wochen meines Aufenthaltes so gerne hingewuenscht haette? Die Bilder vom Sommer in Rostock, von der Hanse Sail in der naechsten Woche oder dem gemeinsamen Kuchen auf der familiaeren Terasse?

Zwischen Vorfreude und Wehmut steige ich in den Flieger. Ich lasse viel zurueck. Vor allem Menschen, die in diesem Jahr fuer mich eine besondere Rolle gespielt haben. Menschen, die wie eine Familie fuer mich wurden und Menschen, die manchmal genau wussten, was gut fuer mich war. So hatte ich im letzten Jahr auch immer wieder viel Glueck. Die Finanzen standen niemals knapp und ein Job war immer fuer mich da. 

Neben der Wehmut all das einfach hier zu lassen, steht jedoch die grosse Vorfreude all das und noch viel mehr wieder zu bekommen. Gute Freunde, Familie und eine Verwandtschaft, die zusammen halten und gemeinsam hinter mir stehen. Ich kehre zurueck in die Heimat. Und die Heimat ist nicht einfach nur ein Ort, es ist ein Ort, der den meisten Menschen Kraft, Energie und Ruhe gibt. Und da ich einer von diesen Menschen bin, freue ich mich auf ein Stueck Gewohnheit nach 365 Tagen Abwechslung.

Am Mittwoch ist es nun soweit. Ich werde den lieger verlassen, meine Tasche schnappen und dann die ersten langsamen Schritte zu der Glastuer wagen, hinter welcher meine Familie auf mich wartet. Was sich in meinem Kopf abspielen wird, waehrend ich sie wohl schon von Weitem erspaehen kann, weiss ich nicht. Ganz sicher aber, ist das ein weiteren Artikel wert. Und so verabschiede ich mich aus Australien, jedoch noch nicht von der Seite.

Ich habe nun meine Sachen zu packen und meinen letzten Dollar zu tauschen. Bis dahin…

Felix