May I help you?

22 04 2008

Kann ich Ihnen helfen, oder das Regal aufraeumen, ein Display aufbauen, die Sachen preisen, die Produkte auspacken, einraeumen, umraeumen, den Boden saugen, das Fax holen, die City anrufen, den Schrank putzen oder einfach nur den Tuersteher machen?

bei der Arbeit

Wo vor kurzem noch Vogelgezwitscher, rauschende Wasserfaelle und stille Outbackwinde verarbeitet wurden, muss mein Arbeitszentrum im Gehirn nun umstellen auf Dienstbereitschaft, Motivation und Kundenfreundlichkeit. Ja, ich bin zurueck. Zurueck im Victoria’s Basement. Diesmal aber vorerst nicht als Fahrer, sondern als ein freundlicher Verkaeufer ganz in schwarz fuer jeden Kunden stehts bereit. Wenn ich nicht gerade Kunden bediene, schwirre ich durch den Laden und richte Produkte ins richtige Licht. Von speziellen Weinglaesern bis hin zu geloecherten Fischwaendern oder rostfreiem Besteck, der Marke „Benzer“. Noch wenige weitere Arbeitstage und ich bin Fachmann fuer saemtliche Kuechenutensilien und Glaeser saemtlicher Art. Von der Spezialisierung mit Cafegedecken, wie es auf dem Bild von Kai und mir angerichtet wurde, lasse ich eher die Finger. Die Kollegen sind darin deutlich erfahrener. Zudem kommt mir ein „gute Wahl“ bei mintgruenem und mit Goldrand verziertem Gedeck einfach nicht ueber die Zunge.

Das Einkommen ist somit wieder gesichert. Ich wohne jetzt in Paddington und habe gerade heute gesehen, dass der Film „KeinOhrHasen“ in Sydney fuer enige Tage unter dem Namen „RabbitWithoutEars“ zu sehen ist. Er wird im Zuge eines Deutschen Filmfestivals vorgestellt. Im Grossen und Ganzen ist also alles perfekt. Nur die Temperaturen fallen immernoch. So langsam wird der Pullover Dauerkleidungsstueck. Ansonsten hebe ich am Freitag morgen ab nach Neuseeland. Die Route entlang der Nordinsel ist gebucht und ein BungeeJump sowie eine kleine Tour mit Schlauchbooten durch Wildwasserfluesse sind Angriff genommen. 

Im Uebrigen bin ich heute verantwortlich fuers Kochen. Um euch zu zeigen, wie sehr meine Kochkuenste nun schon herangereift sind, die Bekanntgabe des Menues: Vorspeisse wird aus finanziellen Gruenden ausgelassen, gefolgt vom Kartoffelauflauf mit gebratenem Lachs und abgeschlossen mit heissem Schokokuchen und Eiscreme. Was wuenscht man sich also mehr?

Also gut ihr Lieben, der Koch muss an seine Arbeit, nachdem er nebenbei gesagt, soeben saemtliche Regale in der Wohung geputzt und aufgeraeumt hat. Denn im erstellen schoener Regalanordnunen bin ich nun gut gelehrt. Ich bin beispielsweise stolz auf die Darstellung der mintgruenen Teller und Tassen auf dem Bild!





I can go where no one else can go…

17 04 2008

Im Kakadu National PArk

Ich kann dort hingehen, wo niemand sonst hingehen kann.

Das waren jene Worte, die ich mit ins Outback genommen und sie mir auch immer und immer wieder vor Augen gefuehrt habe. Nach 10 Tagen ohne Handynetz, ohne Fernseher, ohne Internet, ohne Strassenlaerm und umhuellt von einer unbeschreiblichen Natur bin ich wirklich weit gegangen. Mit jedem gefahrenen Kilometer und jedem noch so verschwitzten Schritt ueber unebenes Gelaende, gelang ich ein kleines Stueck tiefer in das, was ich so gerne noch besser kennen lernen wollte. Mich selbst!

Diese Reise war nicht einfach nur eine gute Gelegenheit mal Australien zu erleben, wie es im Bilderbuch steht, sondern auch eine Moeglichkeit Abstand zu nehmen, von jenem Stress der uns umhuellt in einer Welt voll mit Klimasorgen und ueberfuellten Bussen.

Nach finalen 9000 zurueckgelegten Kilometern und unzaehligen Stunden des Staunens, des unbegreiflich schoenen Gefuehls der Ueberwaeltigung und den ruhigen Minuten bin ich nun zurueck in der Welt des anonymen Massenkonsums. Es tut gut erholt und mit neuen Augen in dieses Stueck Leben zurueckzukehren. Man fuehlt sich gestaerkt und gut vorbereitet fuer den Alltag. Mit neuen Augen und vielen Erlebnissen gewinne ich nun ein Laecheln mehr fuer meine Umwelt jeden Morgen, jeden Abend und all die stickenden Zugmomente zwischendurch.

Paradiesisch! Kakadu NP

Das Abenteuer Sydney-Outback und zurueck ist kaum in Worte zu fassen. Meine Erlebnisse sind auf den Bildern festgehalten. Ich brauche nicht grossartig zu beschreiben, was ihr seht. Beschreiben moechte ich das Abenteuer jedoch trotzdem. Und dank eines Kartengrusses aus Deutschland habe ich heute die richtigen Worte dafuer gefunden: „Nichts gibt uns mehr Kraft als ein kurzer Augenblick des Innehaltens, ein Moment der Stille, in dem wir uns wieder mit uns selbst verbinden.“

So reichen 10 Tage und einige Kilometer schon recht gut aus um Stille zu geniessen und innezuhalten. Lernt man dabei noch viele nette Menschen kennen, besteigt ganz nebenbei den Kings Canyon, beklettert die beruehmten Devils Marbles, fruehstueckt bei Sonnenaufgang am Uluru, kaempft sich durch zu den Wasserfaellen des Kakadu Nationalparks und entspannt in kuehlen Wasserloechern gesaeumt mit einer Pracht von tropischen Baeumen, so kann man vielleicht schon sagen, dass jeder selbst fuer sich dort war, wo niemand sonst hingelangen kann… . Und so kann ich vielleicht sogar sagen, dass sich mein Wunsch mit dem Abenteuer Australien ueber jene Reise mehr als nur erfuellt habe.

Es war ein fantastisches Erlebnis. Die Bilder (es folgen die naechsten Tage immer noch mehr, sind so viele)sollten fuer sich sprechen und dieser Artikel eine kleine Idee davon vermitteln, wie sich solche Erfahrungen auf einen auswirken koennen.

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Nun heisst es vorbereiten auf Neuseeland und ein paar Tage arbeiten. Mein Geld verdiene ich vorerst wieder bei Victorias Basement. Mittlerweile aber eher als Verkaeufer, anstatt Fahrer. Finanziell muss ich mich etwas erholen. Deswegen wundert euch bite nicht ueber unbeantwortete SMS in den kommenden Tagen. Ich werde meine abgelaufene Karte vor naechster Woche nicht aufladen. Desweiteren stehen ein Umzug an und einige neue Ideen verbunden mit meinem Abenteuer. Lasst euch also ueberraschen und freut euch auf weitere Artikel.

Bevor ich nun aber gehe, moechte ich Papa noch ganz wundervolle und abenteuerliche, wenn auch herbstlich kuehle, Geburtstagsglueckwuensche senden! Alles Gute Papa!!!





Was man von anderen Ländern lernen kann…

11 04 2008

Von Matthias

IMG_3832Wenn man eine Reise tut…

…dann nimmt man eine ganze Menge mit zurück. Wer nach einem Urlaub seine Tasche für die Rückreise packt, wird das sicherlich schon gemerkt haben.

Aber das meine ich nicht. Keine Souvenirs, Muscheln, Steine und neue Klamotten sondern Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse, von denen man noch lange danach zerrt. Ich finde, ich komme etwas verändert aus Australien zurück. Das Land hat definitiv seine Spuren bei mir hinterlassen.

Die Australier sind schon ein eigenartiges Völkchen und unsereins muss doch ab und zu den Kopf schütteln oder schmunzeln. Da guckt man sich zum Beispiel mal das Warnhinweisschild am Fenster des Busfahrers an. Also vorne links steigt man ein und vorne rechts sitzt daher der Busfahrer. An dessen Fenster ist ein Aufkleber angebracht der folgende Aufschrift trägt:

Bitte nicht durch dieses Fenster einsteigen!

Dazu muss man wohl nichts mehr sagen, oder? Aber genauso kann man von anderen Völkern etwas dazu lernen. Auch beim Busfahren. Wenn man mit den öffentlichen Bussen fährt, bedankt man sich beim Aussteigen beim Fahrer – ganz selbstverständlich. Kann man sich das bei unseren Landsmännern vorstellen? Wohl kaum. Ich finde, diese Gewohnheit aber sehr schön.

Das ist etwas, was ich aus Australien mitnehme und mir wünsche, hier auch zu erleben. Diese selbstverständliche Höflichkeit. Das Entschuldigen, wenn man einem den Weg schneidet oder aus Versehen anrempelt. Oder wenn man von einem, der Werbung verteilt oder Straßeninterviews führt, angesprochen wird – Ein einfaches „Sorry“ wenn man keine Zeit hat, lässt die Sache doch viel angenehmer werden. Hier muss ich mich damit abfinden, einfach stehen gelassen zu werden, wenn ich jemanden anspreche.

Aber ich mache den Anfang…





Auf und davon…

2 04 2008

Freiheit fuer die SeeleEndlich ist es soweit. Endlich gehe ich auf jene Reise, die ich seit nun ungefaehr schon zwei Jahren plane und ansteuere. Endlich sehe ich genau das in Australien, was auf so vielen Postkarten unerreichbar erscheint. Ich breche aus aus der medialen Kunstwelt des 21. Jahrhunderts und lasse mich fallen in das Traumpfadenladen der Aboriginies, wo es gluecklicherweise bis heute noch kein Handynetz hingeschafft hat und wo die Milchstrasse den kalten roten Wuestenboden erhellt, als haette man extra fuer diesen Abenteuerfilm einige Scheinwerfer am Himmel montiert.

Ich moechte gar nicht viel schreiben. Nur, dass ich die naechsten Tage unerreichbar sein werde, dass mein Handy ausgeschaltet bleibt und das Internet fuer mich ein Fremdwort wird. Telefonzellen wird es selbstverstaendlich auch nicht geben und so habe ich endlich einmal die Moeglichkeit mein Leben hinter mir zu lassen und einfach nur so zu sein, wie die aufgehende Sonne es am morgen, im Freien erwachend, von mir verlangt.

Schlafen werde ich die naechsten 10 bis 11 Tage unter dem Sternenhimmel Australiens mit speziellen Schlafsaecken und ist die Reise vorbei habe ich ungefaehr 3000 bis 3500 Kilometer Outback hinter mich gebracht. Morgen frueh um 9.55 am fliegt meine kleine Qantas Propellermaschine fuer sechs Stunden nach Alice Springs, wo ich dann endlich meine Reise beginnen werde. Zurueck bin ich dann, wenn hier auf der Seite „Ich bin zurueck“ erscheint… Ihr werdet es also nicht verpassen.

In diesem Sinne verabschiede ich mich jetzt einmal auch sehr gerne von Browsern und kaputten Maeusen, wie es sie in den Internetcafes zu genuege gibt. Lasse die Hektik des Alltags hinter mir und hoffe das Erlebnis meines Lebens zu haben.

Auf Wiedersehen!

PS: Ich finde zu meiner Reise passt ein Zitat von „Soul Asylum- Runaway Train“ ganz gut… ;)

…I can go where no one else can go...

(Ich kann dorthingehen, wo niemand sonst hingehen kann)





Noch nicht! Oder doch schon jetzt? Nachher, ueberhaupt und wann?

1 04 2008

rechts oder links? Lasst euch ueberraschen!Mensch wie doch die Zeit vergeht. Ist es doch nun schon bald ganze acht Monate her, als ich meinen Fuss auf Australischen Boden setzte.

Viel erlebt, viel gelernt und viel gedacht. Australien hat mittlerweile eine besondere Bedeutung fuer mich erlangt. Es ist keinesfalls einfach mehr ein Ort, an welchem ich Urlaub mache. Es ist ein Platz, an welchem ich viele schwere und lustige Stunden erlebt habe. Viel geweint und gelacht habe und mich letztendlich veraendert habe. Die Freiheiten, die ich hier erfahre, haben mich umgestaltet. Ich weiss nicht genau wie, aber ich weiss, dass ich nicht mehr der bin, der Deutschland damals verlassen hat.

Im Grunde genommen habe ich in Australien das gefunden, was ich gesucht habe. Ich habe mehr erlebt als ich mir jemals haette traumen lassen und jede noch so grosse Erwartung wurde gesprengt mit unglaublichen Abenteuern.

Sechs Wochen sind es nun nur noch bis zum 16. Mai 2008. Sechs Wochen, die vielleicht gereicht haetten. Sechs Wochen, die ich vielleicht noch in vollen Zuegen genossen haette, aber auch sechs Wochen, die mir nicht reichen!

Ich weiss nicht, ob ich es in sechs Wochen nicht schon bereue. Trotzdem ist es noch nicht an der Zeit zurueck zu kehren. Ich werde nicht, wie angekuendigt am 17. Mai 2008 in Frankfurt landen. Viel eher werde ich an jenem Tag morgens in meinen Zug steigen, um ganz normal in Sydney zur Arbeit zu fahren und Geld zu verdienen fuer die folgenden Wochen in Australien.

Ich reise im Olympiastil... bewusst und unvorhersehbarDer Entschluss ist gefasst und der Flug im Mai gestrichen. Nun ist die Frage nach meiner Rueckkehr gross. Natuerlich gibt es schon ein neues Rueckflugdatum. Nach genau 366 Tagen (Schaltjahr) Abenteuer werde ich, so geplant, die Heimat zurueckerobern und heimkehren. Der 6. August 2008 ist mein letztmoeglichstes Rueckflugdatum und kann nicht ueberschritten werden.

Ob ich an jenem Tag in jenem Flugzeug sitzen werde, weiss nur Australien… Eins ist allerdings sicher. Ich komme zurueck und das spaetestens am 6. August 2008. Ich mache mittlerweile keine Plaene mehr… Australien hat mir gezeigt, dass nur der Bauch weiss, wann es zurueck geht und so lasse ich meinem Bauch die Entscheidung. Also liebe Lesergemeinschaft, Australien geht in die letzte Runde, dessen Ende noch in den Sternen steht. Ihr kennt mich… ich bin ein Abenteurer und als solcher habe ich immer eine Ueberraschung parat, welche mir die Freiheit in Australien ermoeglicht umzusetzen. Seit gespannt und freut euch auf den Sommer 2008, in welchem ich schon irgendwann, irgendwie vor eurer Haustuer stehen werde. Voll mit Erfahrungen und unvergesslichen Momenten am anderen Ende der Welt und erschoepft nach Heimat lechzent…

Achtung: Bis Sonntag nur noch 9 Stunden unterschied, dann wieder nur 8 Stunden. In Australien beginnt die Winterzeit!

Auf Wiedersehen Matt! Es war eine schoene Zeit! Ja, eine sehr schoene!