Kann ich Ihnen helfen, oder das Regal aufraeumen, ein Display aufbauen, die Sachen preisen, die Produkte auspacken, einraeumen, umraeumen, den Boden saugen, das Fax holen, die City anrufen, den Schrank putzen oder einfach nur den Tuersteher machen?

Wo vor kurzem noch Vogelgezwitscher, rauschende Wasserfaelle und stille Outbackwinde verarbeitet wurden, muss mein Arbeitszentrum im Gehirn nun umstellen auf Dienstbereitschaft, Motivation und Kundenfreundlichkeit. Ja, ich bin zurueck. Zurueck im Victoria’s Basement. Diesmal aber vorerst nicht als Fahrer, sondern als ein freundlicher Verkaeufer ganz in schwarz fuer jeden Kunden stehts bereit. Wenn ich nicht gerade Kunden bediene, schwirre ich durch den Laden und richte Produkte ins richtige Licht. Von speziellen Weinglaesern bis hin zu geloecherten Fischwaendern oder rostfreiem Besteck, der Marke „Benzer“. Noch wenige weitere Arbeitstage und ich bin Fachmann fuer saemtliche Kuechenutensilien und Glaeser saemtlicher Art. Von der Spezialisierung mit Cafegedecken, wie es auf dem Bild von Kai und mir angerichtet wurde, lasse ich eher die Finger. Die Kollegen sind darin deutlich erfahrener. Zudem kommt mir ein „gute Wahl“ bei mintgruenem und mit Goldrand verziertem Gedeck einfach nicht ueber die Zunge.
Das Einkommen ist somit wieder gesichert. Ich wohne jetzt in Paddington und habe gerade heute gesehen, dass der Film „KeinOhrHasen“ in Sydney fuer enige Tage unter dem Namen „RabbitWithoutEars“ zu sehen ist. Er wird im Zuge eines Deutschen Filmfestivals vorgestellt. Im Grossen und Ganzen ist also alles perfekt. Nur die Temperaturen fallen immernoch. So langsam wird der Pullover Dauerkleidungsstueck. Ansonsten hebe ich am Freitag morgen ab nach Neuseeland. Die Route entlang der Nordinsel ist gebucht und ein BungeeJump sowie eine kleine Tour mit Schlauchbooten durch Wildwasserfluesse sind Angriff genommen.
Im Uebrigen bin ich heute verantwortlich fuers Kochen. Um euch zu zeigen, wie sehr meine Kochkuenste nun schon herangereift sind, die Bekanntgabe des Menues: Vorspeisse wird aus finanziellen Gruenden ausgelassen, gefolgt vom Kartoffelauflauf mit gebratenem Lachs und abgeschlossen mit heissem Schokokuchen und Eiscreme. Was wuenscht man sich also mehr?
Also gut ihr Lieben, der Koch muss an seine Arbeit, nachdem er nebenbei gesagt, soeben saemtliche Regale in der Wohung geputzt und aufgeraeumt hat. Denn im erstellen schoener Regalanordnunen bin ich nun gut gelehrt. Ich bin beispielsweise stolz auf die Darstellung der mintgruenen Teller und Tassen auf dem Bild!


Endlich ist es soweit. Endlich gehe ich auf jene Reise, die ich seit nun ungefaehr schon zwei Jahren plane und ansteuere. Endlich sehe ich genau das in Australien, was auf so vielen Postkarten unerreichbar erscheint. Ich breche aus aus der medialen Kunstwelt des 21. Jahrhunderts und lasse mich fallen in das Traumpfadenladen der Aboriginies, wo es gluecklicherweise bis heute noch kein Handynetz hingeschafft hat und wo die Milchstrasse den kalten roten Wuestenboden erhellt, als haette man extra fuer diesen Abenteuerfilm einige Scheinwerfer am Himmel montiert.
Der Entschluss ist gefasst und der Flug im Mai gestrichen. Nun ist die Frage nach meiner Rueckkehr gross. Natuerlich gibt es schon ein neues Rueckflugdatum. Nach genau 366 Tagen (Schaltjahr) Abenteuer werde ich, so geplant, die Heimat zurueckerobern und heimkehren. Der 6. August 2008 ist mein letztmoeglichstes Rueckflugdatum und kann nicht ueberschritten werden.










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